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Ich sehe was, was du nicht siehst ... -
Bilderpräsentation im Internet

Fotografen erkennen sehr bald die Unterschiede in der sogenannten Auffassung vom Motiv, wenn sie ihre eigenen Fotos mit den Bildergebnissen anderer Fotografen vergleichen. Immer dann, wenn mehrere Leute, z.B. im Rahmen einer Exkursion, eigentlich die gleichen Dinge fotografieren, staunt man nämlich nicht schlecht, wie extrem unterschiedlich die Ergebnisse ausfallen können.

Unterschiede dieser Art sind wünschenswert, interessant und manchmal mehr als überraschend, insofern keineswegs problematisch. Im Gegenteil: sie charakterisieren die persönliche Kreativität des einzelnen Fotografen. Anders aber ist es, wenn jemand seine persönlichen Bilder gern einer Öffentlichkeit zur Verfügung stellen möchte. Hier geht es eher darum, bei allen Betrachtern einen möglichst gleichen Eindruck zu erzielen.

Ohne daß es uns unmittelbar bewußt wird, ist gerade das Internet mit seiner scheinbar objektiven Technik ein Bereich, wo die subjektiven Eindrücke von dem, was man sich anschaut, extrem voneinander abweichen können. Aber woran liegt das?

Zunächst einmal gibt es eine Reihe von Voraussetzungen, die vom Endgerät abhängen. Einige davon sind in einem gewissen Sinne (aus der Sicht des Publizisten) unabänderlich. Ein wichtiges Beispiel ist hierbei Größe des Bildes im Verhältnis zur eingestellten Auflösung des Monitors beim Betrachter. Querformatige Bilder dieser Webseite haben z.B. meist eine Breite von 750 Pixeln. Was sich aber meiner Kenntnis entzieht, ist die eingestellte Auflösung Ihres Monitors. Sie kann von z.B. 640 mal 480 Pixeln bis 1280 mal 1024 Pixeln und oft noch weit darüber hinaus reichen. Demnach kann ich für das folgende Graffiti-Foto aus der Ausgabe "Taken From" allenfalls vorab festlegen, daß es in der Mitte des Anzeigefenster dargestellt werden soll:

Die Konsequenzen liegen auf der Hand: in der geringsten genannten Auflösung überschreitet die Bildgröße des Fotos die Darstellungsmöglichkeit des Monitors, am Rande entstehen die bekannten Schieberegler eines Fensters, das den Inhalt nicht vollständig darstellen kann. Der Betrachter erhält keinen wirklich vollständigen Bildeindruck!

Umgekehrt, je besser die Auflösungsmöglichkeit des verwendeten Monitors, scheint das Bild (wohlgemerkt: genau das gleiche Bild!) mehr und mehr zur Miniatur zu mutieren. Bei großen Monitoren, auf denen entsprechende Auflösungen eingestellt sind, kann die Breite des Fotos durchaus 50% der Monitorbreite noch deutlich unterschreiten.

Manche Publizisten im Internet erstellen allein für diesen Fall mehrere Formate ihrer Bilder und lassen komplizierte Analysen laufen, was der Benutzer denn nun als Bildformat eingestellt hat. Andere schreiben auf ihre Seiten, für welche Bildformate diese optimiert sind.

Ich persönlich halte beides für Zeitverschwendung. Noch nie habe ich von einem Benutzer gehört, der vor dem Surfen auf einer Webseite seinen Monitor entsprechend umgestellt hätte. Und: leider gibt es noch eine Vielzahl weiterer Unwägbarkeiten, die beim Benutzer vorliegen können, ohne daß der Publizist hiervon etwas weiß. Der Versuch, diese zu kontrollieren, erscheint mir regelrecht wahnwitzig ...

Die eigentliche "Verantwortung" bleibt beim Besucher des Internet. Für ihn stellen sich diverse Fragen und Überlegungen, die darauf zielen, bestehende technische Abweichungen seines Endgerätes zu erkennen und zu eliminieren. Wer gerne Bilder ansieht und einen Sinn dafür hat, auch sehen zu wollen, was der Publizist tatsächlich darstellt, wird zweifellos Neutralität der von ihm eingesetzten Technik erstrebenswert finden. Für jeglichen Profi, aber auch für Kunstfreunde, Kunstsammler und Anleger, die sich in Internet informieren, ist eine solche Neutralität in meinen Augen jedenfalls ein "Muß"!

Diese z.B. bei einem Monitor anzustreben, nennt sich "Justieren" oder "Kalibrieren". Vor kurzem fand ich eine sehr gute und lesenswerte Darstellung darüber, was dabei geschieht und was zu beachten ist. Diese Veröffentlichung scheint mir so gut, daß ich gerade eben einen Link dorthin mit in meine Linkliste aufgenommen habe ...